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Freunde der Theatinerkirche
Concert Spirituel
Benefizkonzert

HEUTE, Samstag, 21.05.2022

06.30 Uhr
Kirchenöffnung
07.00 Uhr
Hl. Messe
07.30 Uhr
Laudes (Dominikaner)
08.00 Uhr
Hl. Messe
17.30 Uhr
Vorabendmesse mit Orgel
19.30 Uhr
Kirchenschließung

Besondere Gottesdienste

22.05. 6. Sonntag der Osterzeit
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Paul D. Hellmeier OP
Thema:
Die Heilige Stadt Jerusalem
Musik:
Proprium: Vocem iucunditatis, Missa Sanctissimae Virginis (In illo tempore, 1610) von Claudio Monteverdi (1567-1643)
26.05. Christi Himmelfahrt
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Thomas Schuster OP
Thema:
Was steht ihr da und schaut zum Himmel? (Apg 1,11)
Musik:
Proprium: Viri Galiaei, Cantus Missae in Es (op. 109) und Abendlied (op. 69, Nr. 3) von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)
29.05. 7. Sonntag der Osterzeit
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Christophe Holzer OP
Thema:
Die Herrlichkeit Gottes sehen - geht das?
Musik:
Proprium Exaudi, Domine, Pauken-Messe (Hob. XXIII,9) für Solisten, Chor und Orchester von Joseph Haydn (1732-1809)
05.06. Pfingstsonntag
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Paul D. Hellmeier OP
Thema:
Zungen wie von Feuer
Musik:
Proprium: Spiritus Domini, Spatzenmesse (KV 220) für Solisten, Chor und Orchester, Veni Sancte Spiritus (KV 47) und Kirchensonate in C (KV 329) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
06.06. Pfingstmontag
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Musik:
Proprium: Spiritus Domini, Messe in B Dur (D 324) von Franz Schubert (1797-1828) für Solisten, Chor und Orchester, Veni Sancte Spiritus (KV 47) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
12.06. Dreifaltigkeitssonntag
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Thomas Schuster OP
Thema:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes…
Musik:
Proprium: Benedicta sit sancta Trinitas, Trinitatis-Messe (KV 167) für Solisten, Chor und Orchester und Kirchensonate in C (KV 278) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
16.06. Fronleichnam – Hochfest des Leibes und Blutes Christi
18.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Robert Mehlhart OP
Thema:
Der liebevolle Pelikan

Liebe Besucher der Theatinerkirche!

Sie alle kennen das Gefühl, wenn man sich nach einer anstrengenden körperlichen Tätigkeit oder nach einem langen Fußweg einmal setzen kann: Ausruhen, durchatmen, in Ruhe die Umgebung betrachten: eine Landschaft oder das geschäftige Treiben der Menschen. Sich setzen, sich niederlassen, sitzen – all das sind Grundvorgänge unseres Lebens. Übrigens erwähnt auch das Glaubensbekenntnis das Sitzen, denn nach biblischem Zeugnis hat Christus nach seinem Tod, seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt zur Rechten des Vaters Platz genommen: „Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“.

Ebenso wie Christi Himmelfahrt, sein Aufstieg in die Höhe, seine Entrückung nach oben, ist auch dieses Sitzen zur Rechten des Vaters ein starkes biblisches Bild – aber was bedeutet dieses Sitzen eigentlich? Was meinen die Autoren der Bibel und das Credo damit? Für den hl. Thomas von Aquin meint dieses Sitzen zunächst einmal Ruhen: der Auferstandene bleibt und ruht unvergänglich in der ewigen Seligkeit des Vaters. Das Sitzen zur Rechten des Vaters steht für Thomas aber auch für die königliche und richterliche Vollmacht, die der Auferstandene erhalten hat. Der zur Rechten des Vaters sitzende Christus regiert zusammen mit dem Vater: „Patri con-regnat“. Mit der Formulierung „mit-regieren“ trifft Thomas genau das, was auch der im Neuen Testament so häufig zitierte und aufgegriffene Psalm 110 meint: „So spricht der Herr zu meinem Herrn, setze dich mir zur Rechten.“ Hier erscheint erstmals in der Bibel die Idee vom Sitzen einer Person zur Rechten Gottes, wobei der dazu Eingeladene nicht etwa auf einem separaten Platz neben dem Thron Gottes sitzen soll, sondern gerade auf dem Thron Gottes selbst, direkt neben Gott. Der Angesprochene – gemeint ist wohl der messianische, endzeitliche König aus dem Haus Davids – soll Throngenosse Gottes sein, soll mit Gott thronen und an seinem machtvollen Walten teilhaben. Der Vater und sein menschgewordener, gekreuzigter und auferstandener Sohn regieren gemeinsam, in wahrer Wesenseinheit – und eben nicht irgendwie nebeneinanderher.

Aber besteht da nicht ein Widerspruch, wenn man Christi Sitzen zur Rechten des Vaters einerseits als Ruhen, andererseits als machtvolles Regieren versteht? Nein, denn um Christi Regieren zu verstehen, muss man beachten, wovon er ruht, woraus er wieder in die Ruhe des Vaters heimgekehrt ist, nämlich aus der selbstgewählten Erniedrigung und Schmach des Kreuzes, aus freiwillig angenommenem Leid und Tod, durch die er dem Vater unbedingte Treue und den Menschen bedingungslose, von Anmaßung, Hass und Angst erlösende Liebe erwiesen hat. Christus regiert gerade in der Ruhe und aus ihr heraus, weil er sein Werk vollbracht hat, weil das Kreuz, das Zeichen seines Sieges für immer und ein für alle Mal in der Welt aufgerichtet ist. Alle Stürme und alle Schrecken der Welt können dieses Zeichen der erlösenden, zuvorkommenden Liebe Gottes nicht mehr auslöschen und unterdrücken. Oder wie es das berühmte Motto des Kartäuserordens ausdrückt: „Stat crux, dum volvitur orbis“ – „Das Kreuz steht, während die Erde sich dreht.“ Christus regiert aus und in der Ruhe seines Sieges, den er der Menschheit errungen hat. Und er regiert als Sohn in der ewigen Liebe, die ihn mit dem wesensgleichen Vater verbindet und eint. Diese Liebe, den Heiligen Geist, sendet er uns immer wieder neu, damit auch wir schon jetzt teilhaben und uns beteiligen an seiner Herrschaft der Liebe, der Wahrheit und des Friedens. .

Mit den besten Segenswünschen zur Osterzeit

Ihr

P. Dr. Paul D. Hellmeier OP, Kirchenrektor

Der Orden der Predigerbrüder: Die Dominikaner in Süddeutschland und Österreich.