Gottesdienste
in der Theatinerkirche
Veranstaltungen
in der Theatinerkirche
Freunde der Theatinerkirche
Concert Spirituel
Benefizkonzert

HEUTE, Donnerstag, 29.07.2021

Gedenktag Hl. Martha von Bethanien

06.30 Uhr
Kirchenöffnung
07.00 Uhr
Hl. Messe
07.30 Uhr
Laudes (Dominikaner)
08.00 Uhr
Hl. Messe
17.30 Uhr
Hl. Messe
19.30 Uhr
Kirchenschließung

Besondere Gottesdienste

01.08. 18. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Klaus Obermeier OP
Thema:
Der heilige Kajetan und der Geist des Evangeliums
Musik:
Proprium: Deus in adiutorium meum, Ursulinen-Messe (KV 49) für Chor, Orchester und Solisten sowie Kirchensonate in D (KV 245) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
08.08. 19. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Martin Staszak OP
Thema:
Mehr als Worte
Musik:
Proprium: In medio ecclesiae, Missa O Lumen Ecclesiae von P. Robert Mehlhart OP (2016) O Lumen Ecclesiae (Antiphon zum heiligen Dominikus)
08.08. Mariä Aufnahme in den Himmel
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Martin Staszak OP
Thema:
Von einer, die gelebt hat
Musik:
Gaudeamus omnes in Domino, Messe in C (D 452) von Franz Schubert (1797-1828) für Solisten, Chor und Orchester sowie Sancta Maria, Mater Die (KV 273) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
15.08. Konvent der Allerseelenbruderschaft
17.00 Uhr
Mit Rosenkranz, Predigt und Andacht
16.08. Requiem
08.00 Uhr
Für die verstorbenen Mitglieder der Allerseelenbruderschaft
22.08. 21. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Martin Staszak OP
Thema:
Zumutungen und ewiges Leben
Musik:
Missa De Angelis und festliche Orgelmusik

Liebe Besucher der Theatinerkirche!

Der Besuch von Gottesdiensten in der Theatinerkirche ist derzeit im Rahmen eines umfassenden Schutzkonzeptes möglich. Bitte beachten Sie hierzu folgende Punkte:

Alle Besucher sind verpflichtet, während ihres gesamten Aufenthalts eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen! Dies gilt auch für alle und während aller Gottesdienste! Alle Teilnehmer, die nicht unter einem Dach leben, wie z.B. in Familien oder in geistlichen Gemeinschaften, müssen einen Abstand von mindestens 2 Metern einhalten. Für den Gottesdienst stehen ca. 90-110 Sitzplätze zur Verfügung. Die Sitzplätze sind bereits gekennzeichnet. Teilnehmer, die unter einem Dach leben (s.o.) dürfen zusammen sitzen. Auch die Besucher, die stehend am Gottesdienst teilnehmen, haben den Sicherheitsabstand zu beachten. Sobald es die offiziellen Vorgaben erlauben, wird die Vokalkapelle der Theatinerkirche (vormals königliche Hofkapelle) wieder ihren gewohnten musikalischen Dienst aufnehmen. Bis dahin musiziert im Lateinischen Hochamt am Sonntag unsere Orgel sowie Solisten der Vokalkapelle.



Liebe Kirchenbesucher von St. Kajetan,

nur wenige Gestalten des Neuen Testamentes haben die Gedanken und die Phantasie der Menschen so stark beschäftigt wie die Gestalt der Maria Magdalena. Dieses Interesse hat in den letzten Jahrzehnten allerhand Blüten getrieben. Das zeigen so manche pseudohistorische Romane, Filme und Dokumentationen, die mit wirren, reißerischen und historisch haltlosen Spekulationen über Maria Magdalena aufwarten. Echte Verehrung erfuhr sie dagegen im frühen Dominikanerorden. Im süddeutschen Raum ist ihr z.B. die ehemalige Dominikanerkirche in Augsburg geweiht und auch die ehemalige Dominikanerkirche in Landshut trug ursprünglich wohl ihr Patrozinium. Ein Grund für diese Verehrung war, dass Maria Magdalena den auferstandenen Herrn als erste sehen durfte und dass er ihr auftrug, den Jüngern die Auferstehungsbotschaft zu verkünden (Joh 20,11-18). Deshalb wurde sie seit alter Zeit, z.B. bei Hippolyt von Rom, Gregor dem Großen oder in der byzantinischen Liturgie „Apostolin der Apostel“ genannt.

Gerade aufgrund ihrer Rolle als Verkünderin des Glaubens erwählte sie der frühe Predigerorden zu seiner Ko-Patronin, der alle Brüder in der Verkündigung nacheifern sollten. Was aber wissen wir noch über diese Heilige? Gemäß den Evangelien trieb ihr Jesus sieben Dämonen aus (Lk 8,2; Mk 16,9), wobei vielleicht an eine Heilung zu denken ist. Zusammen mit anderen Frauen folgte sie dem Herrn nach. Als eine von ihnen sorgte sie für seinen und der Jünger Unterhalt (Lk 8, 3), sah bei der Kreuzigung (Mt 27,55 f.) und beim Begräbnis (Mt 27,61; Mk 15,47) zu und entdeckte am Ostermorgen das leere Grab (Mk 16,1–5; Joh 20,1).

Darüber hinaus identifizierte die kirchliche Tradition Maria Magdalena bisweilen mit Maria von Betanien, die im 10. Kapitel des Lukas- und im 11. Kapitel des Johannesevangeliums erwähnt wird. Ebenfalls gleichgesetzt wurde Maria Magdalena außerdem mit jener „Sünderin“, die dem Herrn gemäß lukanischem Bericht die Füße wusch, als er bei dem Pharisäer Simon zu Gast war (Lk 7,37-50). Diese zusätzliche Identifikation rührt wohl daher, dass nach Joh 11,2 und 12,3 auch Maria von Betanien Jesus die Füße salbte, wobei sie aber nicht als Sünderin bezeichnet wurde.

Bezüglich der nie ganz unumstrittenen dreifachen Identifikation von Maria Magdalena, Maria von Betanien und der „Sünderin“ sorgte die römische Kongregation für den Gottesdienst neuerdings für etwas Klarheit und verfügte, dass der Maria von Betanien nun am 29. Juli liturgisch gedacht wird, nämlich zusammen mit ihrer Schwester Marta und ihrem Bruder Lazarus. Das entsprechende Dekret würdigt diese drei Geschwister wie folgt: „Im Haus von Betanien erlebte der Herr Jesus den Familiensinn und die Freundschaft von Marta, Maria und Lazarus; deshalb heißt es im Johannesevangelium, dass er sie liebte. Marta nahm ihn in Gastfreundschaft großzügig auf, Maria hörte aufmerksam auf sein Wort und Lazarus stieg auf den Befehl dessen, der den Tod erniedrigt hatte, sogleich aus dem Grab.“

In unseren gottesdienstlichen Feiern werden Maria von Betanien (Gedenktag am 29. Juli) und Maria Magdalena (Fest am 22. Juli) jetzt also klar unterschieden. In den beiden Marias stellt uns die Liturgie somit zwei große Frauen vor Augen. Beide folgten dem Herrn auf ihrem je eigenen Lebensweg nach, beide ließen sich von seiner Weisheit und Gnade beschenken, beide hielten ihm die Treue und bezeugen ihn bis heute im Neuen Testament als Heiland und Retter der Welt.

Mit den besten Segenswünschen

Ihr

P. Dr. Paul D. Hellmeier OP, Kirchenrektor

Der Orden der Predigerbrüder: Die Dominikaner in Süddeutschland und Österreich.