Gottesdienste
in der Theatinerkirche
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Freunde der Theatinerkirche
Concert Spirituel
Benefizkonzert

HEUTE, Mittwoch, 27.10.2021

06.30 Uhr
Kirchenöffnung
07.00 Uhr
Hl. Messe
07.30 Uhr
Laudes (Dominikaner)
08.00 Uhr
Hl. Messe
17.30 Uhr
Hl. Messe
19.30 Uhr
Kirchenschließung

Besondere Gottesdienste

31.10. 31. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Thomas Augustinus OP
Thema:
Und keiner wagte, Jesus eine Frage zu stellen (Mk 12,34)
Musik:
Proprium: Ne derelinquas me, Missa Aeterna Christi Munera von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594)
01.11. Allerheiligen
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Paul D. Hellmeier OP
Thema:
Ist nur Gott allein heilig?
Musik:
Proprium: Gaudeamus omnes in Domino, Cantus Missae in Es (op. 109) von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) Ich weiß, dass mein Erlöser lebt von Johann Michael Bach (1648-1694)
07.11. 32. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Wolfgang Hariolf Spindler OP
Thema:
Alles hergeben (vgl. MK 12,44) – eine Übertreibung?
Musik:
Proprium: Intret oratio mea, Missa Simplex (2010) für Chor und Orgel von Hans Haselböck (*1928)
07.11. Konvent der Allerseelenbruderschaft
17.00 Uhr
Mit Rosenkranz, Andacht sowie sakramentalem Segen
08.11. Requiem
17.30 Uhr
Für die verstorbenen Mitglieder der Allerseelenbruderschaft
14.11. 33. Sonntag im Jahreskreis
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Robert Mehlhart OP
Thema:
Wenn der Herr kommt
Musik:
Proprium: Dicit Dominius, Missa Papae Marcelli von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594)
15.11. Ewige Anbetung vor ausgesetztem Allerheiligsten
18.00 Uhr
Ewige Anbetung vor ausgesetztem Allerheiligsten
21.11. Christkönigssonntag
10.30 Uhr
Lateinisches Hochamt mit der Vokalkapelle
Prediger:
P. Christophe Holzer OP
Thema:
Christus – der Herrscher des Alls
Musik:
Proprium: Dignus est Agnus, Missa in C (op 86) von Ludwig van Beethoven (1770-1827) für Solisten, Chor und Orchester

Liebe Besucher der Theatinerkirche!

Der Besuch von Gottesdiensten in der Theatinerkirche ist derzeit im Rahmen eines umfassenden Schutzkonzeptes möglich. Bitte beachten Sie hierzu folgende Punkte:

Alle Besucher sind verpflichtet, während ihres gesamten Aufenthalts eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen! Dies gilt auch für alle und während aller Gottesdienste! Alle Teilnehmer, die nicht unter einem Dach leben, wie z.B. in Familien oder in geistlichen Gemeinschaften, müssen einen Abstand von mindestens 2 Metern einhalten. Für den Gottesdienst stehen ca. 90-110 Sitzplätze zur Verfügung. Die Sitzplätze sind bereits gekennzeichnet. Teilnehmer, die unter einem Dach leben (s.o.) dürfen zusammen sitzen. Auch die Besucher, die stehend am Gottesdienst teilnehmen, haben den Sicherheitsabstand zu beachten. Sobald es die offiziellen Vorgaben erlauben, wird die Vokalkapelle der Theatinerkirche (vormals königliche Hofkapelle) wieder ihren gewohnten musikalischen Dienst aufnehmen. Bis dahin musiziert im Lateinischen Hochamt am Sonntag unsere Orgel sowie Solisten der Vokalkapelle.



Liebe Kirchenbesucher von St. Kajetan,

kürzlich kam bei einem Gespräch die Rede auf die „Werke der Barmherzigkeit“. Mein Bekannter meinte, das sei ein schönes und prägnantes Lehrstück der christlichen Lebenspraxis. Aber was hat es damit auf sich? Wo liegen die Ursprünge dieser Lehre und wie ist sie theologisch im Gesamtbild des christlichen Glaubens zu verorten? Der Reihe nach lauten die sieben Werke der leiblichen Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke pflegen, Gefangene besuchen und die Toten begraben. Die Werke der geistigen Barmherzigkeit sind: den Zweifelnden raten, die Unwissenden lehren, die Sünder zurechtweisen, die Betrübten trösten, Beleidigungen verzeihen, die Lästigen geduldig ertragen und für die Lebenden und Verstorbenen beten.

Alle diese Werke werden an verschiedensten Stellen des Alten und des Neuen Testaments erwähnt und empfohlen, ihr Ursprung ist also biblisch. Für die Aufzählung der leiblichen Werke war die Weltgerichtsszene von Mt 25, 34-46 entscheidend. Dort identifiziert sich der Weltenrichter Christus mit sechs verschiedenen Notleidenden und belohnt bzw. bestraft diejenigen, die in der Not geholfen bzw. nicht geholfen haben. Das siebte leibliche Werk, das Begraben der Toten, spielt im Buch Tobit eine wichtige Rolle. Dass es auch geistige Werke der Barmherzigkeit gibt, erwähnte als erster Augustinus. Ihre heutige Siebenzahl bildete sich erst im Mittelalter aus. Augustinus sprach den Werken der Barmherzigkeit sündentilgende Wirkung zu und sah sie als wichtigen Maßstab im Endgericht an, gab aber auch zu bedenken, dass sie ohne Wert sind für denjenigen, der nicht zugleich sein Leben ändert.

Auch wenn die beiden Siebenzahlen eindrucksvoll sind und ein weites Feld des barmherzigen Handelns am Mitmenschen abdecken, heißt dies nicht, dass es nur diese vierzehn Werke gibt. Sicher gibt es noch viele andere Situationen, in denen Menschen Hilfe brauchen. Will man die Bedeutung der Werke der Barmherzigkeit erfassen, muss man zuerst bedenken, dass gerade Gott selbst in der Heilsgeschichte immer wieder barmherzig ist. Im Alten Testament speist und tränkt er sein Volk in der Wüste, er beschützt Witwen, Waisen und Fremde, er heilt Kranke, er belehrt und rät, er verzeiht seinem Volk die Schuld, usw. Im Neuen Testament zeigt Gott seine Barmherzigkeit in Jesus Christus, dessen Botschaft vom Reich Gottes und vom barmherzigen Vater keinerlei Vorleistungen verlangt. Jesus heilt körperliche und seelische Leiden, er verzeiht Sünden und wendet sich Armen zu. Schließlich gibt er am Kreuz sein Leben als Sühnopfer für die Sünden der Menschheit hin, um das neue Leben der Gnade zu ermöglichen. Die Quelle all dieses Handelns ist nicht Schwäche, sondern Stärke und Souveränität, nämlich die göttliche Liebe. Gott handelt barmherzig, um seine gerechte und gute Ordnung, die die Sünde gestört hat, wiederherzustellen. Als Menschen, die selbst Gottes Barmherzigkeit empfangen haben, können auch wir barmherzig sein. So erweisen wir Gott unsere Dankbarkeit. Wir helfen mit, seine Gerechtigkeit und Liebe zu verwirklichen und können uns ihm angleichen. „Werdet barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6, 36). Die Werke der Barmherzigkeit sind Ausdruck unseres neuen Seins in Christus, das zutiefst von der Gnade bestimmt ist und dessen höchste Verwirklichung in der Gottes- und Nächstenliebe besteht.

Mit den besten Segenswünschen

Ihr

P. Dr. Paul D. Hellmeier OP, Kirchenrektor

Der Orden der Predigerbrüder: Die Dominikaner in Süddeutschland und Österreich.